Wenn selbst der Hund verwirrt schaut
- beaf96
- 23. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Über Menschen, Missverständnisse und die seltsame Erwartung, Gedanken lesen zu können.
Ich sitze am Strand, im Restaurant oder im Park und man beobachtet automatisch Menschen und Hunde und was auffällt- der Mensch kommuniziert kaum, die Hunde ständig.
Menschen setzten oft voraus, dass andere schon wissen was gemeint ist- z.B. Strassenverkehr- kein Blinker setzten, in Hundebegegnungen- weder mit Hund, noch mit dem Menschen und auch Menschen untereinander.
Dieses Verhalten zieht sich überall durch: Unter Menschen wird oft vorausgesetzt dass andere Gedanken lesen können- und beim Hund wird gleichzeitig übersehen, dass er längst versucht zu kommunizieren.
Aber wir erwarten ständig Verständnis, ohne wirklich zu kommunizieren.
Hunde werden irgendwo weggezogen, obwohl sie gerade am schnüffeln sind oder schnüffeln möchten, Richtungen werden gewechelt ohne ein Wort oder Signal. Hunde werden hintergezogen, wenn sie langsamer werden, wenn sie stehen bleiben- weil sie sich gerade unwohl fühlen, nicht sicher sind, was beobachten möchten oder auch wenn der andere Weg interessanter ist.
Und warum funktionieren so häufig Hundebegegnungen nicht?- es wird meist weitergelaufen, obwohl der Hund sichtbar Fragen stellt.
Wer ist das?
Darf ich da hin?
Ist das sicher?
Warum gehen wir jetzt da lang?
Und dann schaut der Hund kurz nach oben.
Verwirrt.
Fast so als würde er fragen: "Kannst du mir sagen, was jetzt passiert".
-Unsere Hunde kommunizieren ständig-
mit Blicken, kleinen Bewegungen, Abstand, Spannung, Unsicherheit oder Neugier- sie sprechen die ganze Zeit mit uns- nur oft hören wir nicht wirklich hin.
Stattdessen erwarten wir Anpassung ohne Erklärung, funktionieren ohne Orientierung, Verständnis ohne Kommunikation.
Während Hunde ständig versuchen, unsere Welt zu verstehen und sich darin anzupassen, machen sich nur wenige Menschen die Mühe, auch die Welt des Hundes wirklich verstehen zu wollen.
Wir sagen Dinge nicht klar, erwarten aber das der andere es versteht.
Vielleicht zeigt sich genau darin etwas, das es längst nicht nur Hunde betrifft: Die einen Menschen bemühen sich ständig sich anzupassen, mitzudenken und andere zu verstehen- während die anderen erwarten, verstanden zu werden, ohne wirklich hinzusehen oder zuzuhören. Vielleicht ist es genau das das Problem, mit unseren Hund und mit den Mensch: Wir erwarten Verständnis und Anpassung, ohne uns wirklich mit der Welt unseres gegen übers zu beschäftigen.
Irgendwie leben viele von uns inzwischen mit der stillen Erwartung, Gedanken lesen zu müssen.
Dabei entstehen die meisten Missverständnisse genau dort, wo Kommunikation fehlt- nicht nur Worte, sondern echtes Zuhören, Wahrnehmen und Erklären.
Nicht nur im Umgang mit unseren Hunden, sondern auch zwischen uns Menschen. Denn so viele erwarten verstanden zu werden, ohne sich wirklich mitzuteilen.
Unsere Hunde und auch wir Menschen würden entspannter durchs Leben gehen, wenn wir wieder mehr miteinander kommunizieren.
Das Zusammenleben mit unseren Hunden wäre deutlich einfacher, wenn wir lernen würden, sie zu verstehen.
Mehr Hinschauen
Mehr Klarheit
Mehr Miteinander
Mehr Vertrauen
Mehr Sicherheit





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